Weihnachtsbäume selber schlagen

Wann ist der richtige Zeitpunkt, einen Weihnachtsbaum zu besorgen? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Warum nicht einfach gleich die Initiative ergreifen und selbst einen Weihnachtsbaum schlagen, statt ihn einfach nur zu kaufen? Damit sammelst du Pluspunkte in deiner Familie. Wir verraten, auf was beim Baumschlagen geachtet werden muss.

Alle Jahre wieder freuen wir uns auf den schönsten aller Festtage. Und was darf an Heiligabend selbstverständlich in keinem Wohnzimmer fehlen? Richtig, ein liebevoll geschmückter Weihnachtsbaum. Die Frage ist nur: Wann ist der beste Zeitpunkt, um den Weihnachtsbaum zu kaufen? Ganz früh, damit es noch viel Auswahl gibt, oder ganz spät, weil er dann am frischesten ist?

Schatz, ich will jetzt einen Baum

Oftmals drängeln Frauen ihre Männer, doch endlich einen Weihnachtsbaum zu besorgen. Das Haus soll weihnachtlich aussehen – und das nicht erst kurz vor Heiligabend. Das kann Vertreter des starken Geschlechts nicht nur nerven, sondern auch für zusätzlichen Weihnachtsstress sorgen.

Schlau ist, wer das Heft des Handelns an sich reißt und auch noch mit einem tollen Vorschlag um die Ecke kommt: Wir schlagen den Baum in diesem Jahr selbst! Das macht viel mehr Freude, als einfach nur einen Baum zu kaufen. Zum Baumschlagen können auch die Enkelkinder mitgenommen werden.

Dann wird das Besorgen des Weihnachtsbaums zu einem echten Erlebnis und bringt Spaß für die ganze Familie. Gerade für „Stadtmenschen“ ist es einfach eine tolle Erfahrung, den Baum selbst zwischen dutzenden von Bäumen auszuwählen und schließlich auch selbst abzusägen. Und für Kinder natürlich allemal.

Achtung, Baum fällt!

Der Kauf des Weihnachtsbaumes ist für viele Familien nicht lästige Pflicht, sondern eine liebevoll gehegte Tradition. Veranstalter wie Jochen Schweizer bieten das Baumschlagen als Event an. Doch wer selbst Hand anlegen möchte, der kann es auch einfacher haben. Denn überall bieten Forstbetriebe und Bauernhöfe das Tannenschlagen als „Do-it-yourself“-Event an. Dort können sich Interessierte in Absprache mit dem Förster oder Bauern einen Baum aussuchen.

Wo das Weihnachtsbaumschlagen möglich ist, erfährt man zum Beispiel beim Forstamt einer Stadt, in der örtlichen Tageszeitung, oder natürlich im Internet. In einigen Betrieben gibt es das nötige Schlagzubehör gleich mit dazu. Und das Know-how liefern die Verkäufer. Auf gut Glück sollte man jedoch nicht zu den Betrieben fahren. Denn oft wird das Schlagen der Bäume nur an bestimmten Tagen angeboten. Einige machen daraus ein echtes Event mit Stockbrot backen überm Lagerfeuer und Glühwein trinken.

So schlage ich meinen Baum selbst

Ob gerade oder krumm, groß oder klein, hager oder buschig – das ist alles Geschmacksache. Mit der Säge, der Axt oder dem Beil geht es frisch ans Werk. Wer bisher noch nie einen Weihnachtsbaum selbst gefällt hat, findet hier einige hilfreiche Tipps:

  • Ziehe dir festes Schuhwerk an. Im Wald ist es im Dezember oft nass und matschig.
  • Wer möchte, bringt sich Handschuhe mit. Das ist aber nicht bei allen Bäumen notwendig. Nordmanntannen piksen beispielsweise nicht.
  • Eine eigene Säge oder Axt schadet nicht, denn oft ist das Schlagzubehör bereits an andere ausgeliehen.
  • Nehme eine Unterlage mit, auf der du beim Sägen knien kannst, z.B. eine Tüte. Deine Hose wird es dir danken.
  • Damit der Tannenbaum nicht das ganze Auto mit Harz und Nadeln dreckig macht, sollte man eine Decke oder Folie im Kofferraum auslegen. Gerade bei Edeltannen oder Fichten ist das eine gute Idee. Nordmanntannen harzen hingegen nicht.
  • Zu Hause angekommen sollte der Baum direkt ins Wasser gestellt und bis zum Fest kühl gelagert werden, z.B. in einem Eimer auf dem Balkon.
  • Beim Aufstellen sollte das Verpackungsnetz immer von unten nach oben geöffnet werden.
  • Dein Weihnachtsbaum stehen idealerweise in einem Ständer mit Wasser. So bleibt er länger frisch und verliert nicht so schnell die Nadeln.
  • Bevor der Baum in den Ständer kommt, sollte der Stamm frisch angeschnitten werden.
  • Je wärmer der Raum ist, in dem der Weihnachtsbaum aufgestellt wird, desto schneller werden die Nadeln abfallen. Also: Nicht direkt an die Heizung stellen!

Wild-Schlagen ist verboten

Selbst in den Wald gehen und sich einen „wilden Baum“ schlagen, sollte man allerdings nicht. Denn das kann teuer werden. Wegen Diebstahls und Landfriedensbruch droht eine Geldstrafe. Denn auch wenn es nicht so aussieht, auch die Bäume im Wald gehören jemandem.

Günstiger kommen die Selbstschlager übrigens nicht unbedingt weg. Der Preis ergibt sich wie üblich aus der Größe.

Die Qual der Wahl

Nordmanntanne: Die Nordmanntanne gehört zu den beliebtesten Weihnachtsbäumen. Sie zeichnet sich besonders durch eine lange Haltbarkeit und einer gleichmäßigen Wuchsform aus. Die tiefgrünen, weichen und glänzenden Nadeln sind ein weiteres Erkennungsmerkmal. Die nichtduftende Tanne braucht ungefähr 12 bis 15 Jahre, um eine optimale Größe zu erreichen. Aus diesem Grund gehört sie auch zu den teuersten Weihnachtsbäumen auf dem Markt. Die Nordmanntanne ist besonders bei Familien mit Kindern sehr beliebt, da die Nadeln nicht stechen und die Kleinen sich nicht verletzen können.

Blaufichte: Die Blaufichte gehört zu den Klassikern unter den Weihnachtsbäumen. Zu erkennen ist sie an den blauschimmernden und stark stechenden Baumnadeln. Im Wohnzimmer vertreibt die Blaufichte einen intensiven Waldgeruch. Die Blaufichte weist eine mittlere Haltbarkeit auf und liegt preislich deutlich unter der Nordmanntanne. Durch die stabilen Äste ist diese Tanne perfekt für schweren Baumschmuck und echte Kerzen geeignet.

Fichte: Die Fichte gehört zu den preiswertesten Weihnachtsbäumen auf dem Markt. Dies wiederum macht sich aber auch in der Haltbarkeit bemerkbar. Nach nur wenigen Tagen im warmen Zimmer fängt die Fichte an zu nadeln. Erkennbar ist die Tanne an den dunkelgrünen und nur leicht stechenden Nadeln. Wenn du dich für eine Fichte als Weihnachtsbaum entscheidest, solltest du die Tanne erst wenige Tage vor dem Fest schlagen.

Nobilistanne: Die Nobilistanne wird auch Edeltanne genannt. Der Baum sticht heraus durch seine sattgrünen, silbrigen und stahlblau-schimmernden Nadeln. Die Nobilistanne ist ein echter Hingucker an einem Weihnachtsabend. Preislich liegt die Tanne ähnlich wie die Nordmanntanne. In der Haltbarkeit kann sie hier jedoch noch ein wenig mehr punkten. Bis zu 3 Monaten halten die Nadeln am Baum. Das besondere an der Nobilistanne ist wohl der herrliche Orangenduft. Den Duft kannst du sogar noch intensivieren, indem du die am Stamm befindlichen Harztaschen mit einer Nadel anpiekst.

Und wenn wir gerade schon beim Selbermachen sind: Schon mal drüber nachgedacht Weihnachtsdeko selbst zu machen – auf Männerart versteht sich? Lass dich von unseren Deko-Ideen inspirieren und mach Weihnachten zu deinem Fest.