Ultimative Grillmeister-Tipps

Sommerzeit ist Grillzeit. Bei gutem Wetter vergeht kaum ein Tag, an dem nicht Rauch in den Gärten und an den Stränden aufsteigt. Wetten, dass jeder beim Grillen noch etwas dazulernen kann? Unsere Grill-Tipps sorgen für noch mehr Grillvergnügen.

Den passenden Grill wählen

Zunächst einmal steht eine wichtige Entscheidung an: Welcher Grill soll eigentlich zum Einsatz kommen? Der absolute Klassiker ist der Holzkohlegrill. Es gibt ihn in verschiedenen Größen, Formen, mit und ohne Deckel. Mit einem Holzkohlegrill lässt sich wunderbar zu Hause im Garten oder auf der Terrasse grillen – und natürlich auch unterwegs. Kleinere Holzkohlegrills lassen sich leicht mit in den Park, auf den Campingplatz oder an den Strand nehmen.
 
Tipp: Bei einer Verköstigung von mehr als sechs Personen, sollte der Grill einen Durchmesser von über 65 Zentimetern haben. Sonst ist zu wenig Platz für das Grillgut und die Gäste müssen zu lange auf ihr Essen warten.
 

Für alle, die am liebsten zu Hause grillen, ist der Gasgrill eine geeignete Alternative. Ein großer Vorteil ist, dass man mit einem Gasgrill, nach einer kurzen Aufheizphase, sofort loslegen kann. Zudem sind Gasgrills sauber, besonders temperaturgenau und sie entwickeln nicht so viel Qualm wie beim Grillen mit Holzkohle. Für das schnelle Grillen in kleiner Runde auf dem Balkon kann auch ein Elektrogrill zum Einsatz kommen.

So grillt man gesund

Für das Marinieren von Grillfleisch sollten ausschließlich hitzestabile Öle zum Braten oder Frittieren zum Einsatz kommen, z. B. raffiniertes Rapsöl. Denn es behält beim Grillen seine Zusammensetzung und den Geschmack. Sind am Fleisch einige Stellen verbrannt, sollten sie weggeschnitten werden. Es könnten sich gesundheitsgefährdende Stoffe gebildet haben. Darüber hinaus müssen besonders auf einem Holzkohlegrill zwei Dinge beachtet werden:
 
  • Das Grillgut sollte nicht mit Bier oder ähnlichem abgelöscht werden, denn dabei fliegt meist etwas Asche auf das Fleisch. Das ist weder gesund, noch trägt die Asche zu einem guten Geschmack bei. Wenn möglich, den Grill deshalb auch windgeschützt aufstellen.
  • Flüssigkeiten wie z. B. Fett, Fleischsaft oder Marinade bestenfalls nicht auf die Glut tropfen lassen. Denn dabei kann sich gesundheitsschädlicher Rauch bilden, der dann mit dem Grillgut in Kontakt kommt. Manche Grills haben deshalb eine Auffangschale unterhalb des Rosts. Andernfalls lässt sich die Flüssigkeit auch mit Alufolie oder einer Aluschale auffangen.

Lieber selbst marinieren

Steaks, Koteletts, Hähnchenfilet und Gemüse erhalten mit einer würzigen Marinade ein tolles Aroma. Zudem macht die Marinade das Fleisch zart. Es sollten jedoch nur raffinierte Öle verwendet werden, denen höhere Temperaturen (etwa 200 °C) nichts ausmachen. Natives Öl ist nicht zum Grillen geeignet, denn es verbrennt bereits bei niedrigen Temperaturen. Vor dem Einlegen muss das Fleisch gesäubert, trocken getupft und komplett mit Marinade bedeckt werden. Anschließend sollte das Grillgut für mindestens zwei Stunden eingelegt und anschließend in einem geschlossenen Behälter im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Profi-Grill-Tipp: Anzündkamin als Starthilfe

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Ein Holzkohlegrill lässt sich besonders leicht mit einem Anzündkamin entfachen. Es gibt verschiedene Modelle bereits ab 20 Euro im Internet zu kaufen. In den oberen Teil des Anzündkamins werden Holzkohle oder Holzkohlebriketts gefüllt. In den unteren Teil kommt leicht entzündliches Material, z.B. Grillanzünder oder ein paar Blätter einer Zewa-Rolle. Der Anzündkamin sollte beim Anzünden auf einer feuerfesten Unterlage stehen. Sobald die Kohle glüht, kann sie auf den Grill geschüttet werden. Bei Bedarf kann zwischendurch ganz leicht weiteres Brennmaterial im Kamin angezündet werden.

Glut gut verteilen

Kurzgebratenes wie Hamburger, Steaks, Koteletts, Hähnchenbrust und Fischfilets grillt man am besten bei direkter Hitze. Größere Stücke wie Braten oder ganze Hähnchen grillt man bei indirekter Hitze, damit das Fleisch auch innen gut gar wird ohne dass es außen verbrennt. Um zwei Hitzezonen zu bekommen, verteilen Sie die Glut beispielsweise nur auf der einen Seite des Grillrosts - für die direkte Hitze. Die Seite ohne Glut lässt sich für indirektes Grillen oder zum kurzen Ablegen von fertig gegrilltem Fleisch nutzen.

Direktes und indirektes Grillen – wie wird's gemacht?

Das direkte Grillen ist die bekannteste und am häufigsten verwendete Form des Grillens. Dazu wird das Grillgut auf dem Rost direkt über der Glut gegrillt. Dadurch erhält es ein schönes Grill-Aroma. Kurzgebratenes wie Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte grillt man am besten bei direkter Hitze. Beim direkten Grillen sollte das Grillgut nicht zu lange auf dem Rost bleiben und nur einmal gewendet werden, damit es nicht trocken wird oder verbrennt. Die Grillhaube kann dabei offenbleiben.
 
Beim indirekten Grillen liegt das Grillgut nicht direkt über der Hitzequelle. Beim Holzkohlegrill muss die Glut auf eine Seite des Rots geschoben werden. Gasgrills benötigen zum indirekten Grillen mehrere Brenner. Der Grill wird zunächst vorgeheizt, dann wird das Grillgut so aufgelegt, dass es nicht von den Flammen erreicht wird. Größere Stücke wie Braten oder ganze Hähnchen grillt man am besten bei indirekter Hitze, damit das Fleisch auch innen gut gar wird ohne dass es außen verbrennt. Der Deckel des Grills wird zum indirekten Grillen geschlossen. Zudem sollte er ein Thermometer haben, damit die Hitze kontrolliert werden kann.

Tipp: Das sind die wichtigsten Grillhelfer

Wirklich unverzichtbar zum Grillen sind nur der Grill und natürlich das Grillgut. Wenn es heiß hergeht, kann nützliches Grillzubehör allerdings die Arbeit erleichtern.   
  • Das wichtigste Zubehör beim Grillen ist die Grillzange. Am besten geeignet sind langstielige Grillzangen aus Edelstahl. Sie lassen sich gut reinigen.
  • Eine Grillbürste erleichtert das Reinigen des Grillrosts. Man kann sie auch mal zwischen den Grillgängen benutzen.
  • Mit einem Grill- oder Bratenthermometer lässt sich die Kerntemperatur des Grillguts messen. So kann man feststellen, ob es den gewünschten Gargrad erreicht hat.
  • Um Fleisch sauber aufzuschneiden, benötigt man ein gutes Messer. Ein scharfes Kochmesser ist perfekt geeignet, um Fleisch und Gemüse zu schneiden.
Grundsätzlich gilt: Grillzubehör aus dem Baumarkt reicht völlig aus.

Profi-Grill-Tipp: Das Fleisch macht den Unterschied

Ob als Steaks, Burger oder Würstchen – die Voraussetzung für eine gelungene Fleischspeise vom Grill ist gutes Rohmaterial. Beim Kauf daher unbedingt auf Frische und Qualität achten. Der Metzger um die Ecke ist immer dem Supermarkt vorzuziehen! Gerade von Fleischprodukten aus der Tiefkühlabteilung ist abzuraten, da sie häufig viel Wasser und Volumen beim Grillen verlieren.

So gelingt das Steak

Steaks sollten bei direkter Hitze scharf angebraten werden, damit sich die Aromen voll entfalten können. Sind die Steaks dicker als 2,5 Zentimeter, grillt man sie nach dem Anbraten mit indirekter Hitze zu Ende. So hat das Fleisch Zeit, innen gar zu werden. Grundsätzlich gilt: Pro Zentimeter Dicker sollte das Fleisch ein bis zwei Minuten von beiden Seiten auf den Grill. Würstchen brauchen ungefähr fünf Minuten.

Die richtigen Fischarten grillen

Beim Grillen von Fisch eignen sich besonders gut festfleischige und fettreiche Sorten wie Lachs, Forelle, Thunfisch, Wolfsbarsch oder Dorade. Fisch sollte grundsätzlich nicht zu heiß gegrillt werden, da er sonst trocken wird und auseinanderfallen kann. Während der Grillzeit wird der Fisch nur einmal gewendet. Die erste Seite sollte länger gegrillt werden, damit eine leckere Kruste entsteht. Anschließend wird der Fisch vorsichtig mit einem Grillwender vom Rost gehoben. Ganze Fische lassen sich gut in Grillkörben oder Fischzangen zubereiten.

Profi-Grill-Tipp: Die perfekte Grilltemperatur
 
  • Steak: 230–280°C
  • Geflügel: 140–200°C
  • Wild: 130–180°C
  • Fisch: 160–180°C
  • Gemüse: 150–180°C

Gemüse auf den Rost

Für viele gehören zum Grillen vor allem Würstchen und Fleisch, aber auch gegrilltes Gemüse erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Es gibt unzählige köstliche Rezepte für Gemüse vom Grill, von gefüllte Champignons über Zucchini-Frikadellen bis hin zu Schafskäse-Tomaten-Päckchen und gegrillten Maiskolben. Gemüse erfordert oft eine andere Garzeit als Fleisch. Außerdem mag Gemüse beim Grillen keine zu hohen Temperaturen. Es wird sonst schnell zu dunkel und zudem gehen wertvolle Vitamine und Inhaltsstoffe verloren. Generell lässt sich Gemüse besser indirekt grillen. Kartoffeln werden am besten, wenn ungeschält in Alufolie, direkt in der Glut gegart.

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Tipp: Süßes vom Grill
Süßes Grillgut schmeckt erfrischend lecker. Warum also nicht einfach mal Obst grillen? Bananen, Wassermelonen und Ananas müssen nicht unbedingt als Dessert serviert werden. Es lassen sich daraus auch herzhaft-süße Vorspeisen kreieren, z.B. Ananas-Shrimps-Spieße. Ein besonders leckeres Dessert ist die Banane vom Grill mit Schokolade. Und wer mutig ist, kann sogar einen Kuchen oder Brownies auf dem Grill zubereiten. Dazu wird der Teig einfach in einer grillfesten Form gebacken. 

Praktische Tipps

Es ist noch kein Grillmeister vom Himmel gefallen – richtig grillen will in der Tat gelernt sein. Damit die nächste Grillparty ein voller Erfolg wird, haben wir noch ein paar geniale Grilltipps zusammengestellt:
  • Vor dem Grillen kann der Rost z.B. mit einer Speckschwarte leicht eingefettet werden, damit das Grillgut sich hinterher besser löst.
  • Der Rost muss mindestens zehn Zentimeter von den Kohlen entfernt aufliegen. Ansonsten ist die Temperatur für das Fleisch zu hoch.
  • Vor dem Auflegen unbedingt die perfekte Glut abwarten! Also erst auflegen, wenn keine Flammen mehr zu sehen sind und die Holzkohle weiß geworden ist.
  • Damit Fleisch beim Grillen nicht austrocknet, sollte es zwei bis drei Zentimeter dick geschnitten werden. Dünne Scheiben werden eher zäh.
  • Bleibt fertig gegrilltes Fleisch auf dem Grill liegen, um es warm zu halten, trocknet es sehr leicht aus. Lieber sollte man es vom Grill nehmen und in Alufolie einpacken.
  • Besonders saftig wird das Fleisch, wenn man es nach dem Grillen noch ein paar Minuten ruhen lässt.
  • Damit die Holzspieße nicht verkohlen, legt man sie einfach eine Stunde in Wasser ein.
  • Der Grillrost lässt sich am besten mit einer Drahtbürste säubern, wenn er noch leicht warm ist. Die Hauptarbeit bei der Reinigung erledigen die Grills von selbst. Sie müssen einfach nur auf die maximale Betriebstemperatur aufgeheizt werden, bis die Grillrückstände verbrennen.

Das Wasser läuft dir bereits im Munde zusammen? Verbinde doch einfach einen kulinarischen Grill-Abend mit einer Gartenparty und Public Viewing. Wie das geht? Schau einfach in unserer Checkliste nach: